Balzhofener Ortsgeschichte

Die Daten der Zeitreihe sind aus verschiedenen Informationsquellen zusammengestellt. Ergänzungen sind gerne willkommen. Nutzen Sie dazu einfach das Kontaktformular.

 

1325 Erste urkundliche Erwähnung.
1530 Erster Nachweis eines Heimburgen (Gemeindevertreter, später Bürgermeister)
1538 Erste Brand-, Feuer-, Sturm und Streifenverordnung.
1621-1622 Dreißigjährigen Krieg: Plünderungen und Brandschatzungen durch durchziehende Truppen.
1632-1633 Dreißigjähriger Krieg: Plünderungen und Verwüstungen durch Schwedische Truppen.
1634-1648 Dreißigjähriger Krieg: Weitere Plünderungen, Verwüstungen und Brandschatzungen durch durchziehende Truppen.
1672-1678 Holländischer Krieg: Truppendurchzüge mit Kriegskosten, Plünderungen und Hungersnöten.
1688-1697 Pfälzischer Erbfolgekrieg: Not und Elend im Abteigebiet Schwarzach zu dem Balzhofen gehörte.
1701 Neubau erste Kapelle aus Holz (1703 der St. Maria Magdalena geweiht).
1703-1707 Kriegshandlungen an der Bühl-Stollhofener Linie während des Spanischen Erbfolgekrieges.
1733 Schutzbrief für Balzhofen durch Marschall Jacques Fitz-James de Berwick im Rahmen des polnischen Thronfolgekrieges.
1776 Neubau der St.-Anna.Kapelle aus Stein.
1791 Anerkennung der Badischen Landeshoheit durch die Abtei Schwarzach zu der Balzhofen gehörte.
1802/1803 Säkularisation des Abteigebietes an das Land Baden.
1803 Eingliederung in das Oberamt Iberg mit Sitz in Bühl
1844 Anschafffung erste Tragfeuerspritze mit kupfernem Wasserkessel.
1856 Neubau Gemeindehaus (Rathaus) mit Registratur, Wachzimmer, Gefängnis, Schulraum und Lehrerwohnung.
1892 Eröffnung der Lokalbahn Kehl-Schwarzach-Bühl mit Bahnhof Balzhofen.
1892-1935 Kriegerverein
1893-1918 Erster Zusammenschluss zu einer Musikkapelle.
1901 Erster Fernsprecher in der Posthilfsstele Balzhofen.
1904 Eröffnung der Bäckerei.
1914-1918 Errichtung Schulhaus mit Lehrerwohnung.
1920-? Kirchenchor Balzhofen. (Auflösungsjahr ist nicht bekannt)
1921 Einführung des Elektrischen Lichtes.
22.08.1922 Große Schäden an Gebäuden, Wald und Flur durch Wirbelsturm.
1924-1926 Spielmannszug Balzhofen.
1925-? Gesangverein Balzhofen. (Auflösungsjahr nicht bekannt)
1926 Gründung Musikverein Harmonie Balzhofen.
1933-1939 Radfahrverein Balzhofen.
1933-1936 Sportverein Balzhofen.
1939 Neubau des Tabakschuppens. (Abriss in 2011)
1945 Ende des 2. Weltkrieges, am 13. April 1945 Einmarsch der Französischen Truppen in Balzhofen.
1953 Gründung Obst-und Gartenbauverein Balzhofen e.V.
1953 Erstes Pfingstmusikfest Balzhofen.
1959 Neubau Mehrzweckgebäude mit Öffentlicher Badeeinrichtung.
1962 Anbau der Sakristei an die St.-Anna-Kapelle.
1964 Gründung Wasserversorgungsverband Balzhofen, Moos, Oberbruch, Oberweier, Unzuhurst und Vimbuch.
1970 Übergabe Wasserwerk Balzhofen an die Öffentlichkeit.
1972 Eingemeindung in die Große Kreisstadt Bühl.
1973 Auflösung der Grundschule Balzhofen.
1987 Einweihung und Eröffnung der Mehrzweckhalle „Haus Harmonie“ Balzhofen.
2006 Eröffnung Vereinsheim.
2009 Gründung Dorfgemeinschaft Balzhofen e.V.
2010-2011 Neubau Vereinslagerhalle.
2019 Einweihung und Eröffnung Feuerwehrgerätehaus Bühl-West in Balzhofen.

 

 

 

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Balzhofen ist in einer Urkunde aus dem Jahr 1325 dokumentiert. Darin wurden dem Kleriker Johann aus „Baldeltzhofen in der Pfarrei Vimbuch“ Korngülten von 15 Viertel und 1 Sester Korn von seinem Vater Edelknecht Heinrich von Rittersbach übergeben. Diese Rechtshandlung wurde beim Straßburger Hofgericht vorgenommen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieser Besitz in der Siedlung „Baldeltzhofen“ schon älter ist. Neben „Baldeltzhofen“ gab es auch eine Siedlung „Henchhurst“, die im Lauf der Zeit mit Balzhofen zusammenwuchs. Diese Siedlung „Henchhurst“ ist erstmalig 1350 erwähnt.
Wann genau die Siedlung Balzhofen letztendlich entstand liegt im Dunkeln der Geschichte. Bewiesen ist jedoch, dass sich in dieser Gegend schon in der Mittelsteinzeit (5.000 bis 10.000 v. Chr.) Menschen aufgehalten haben.  Funde südlich des Muhrwaldes belegen dies.

Der Ortsname Balzhofen basiert auf einen Personennamen und setzt sich aus dem Namen „Baldolt“ und „Hof“ zusammen. Der Ortsname beruht daher auf einen Hof, der einem Mann namens Baldolt gehörte. Zu erwähnen ist ergänzend dazu auch, dass es ursprünglich auch einen Ortsteil/Siedlung „Henchurst“ gab, welche sich in der heutigen Vogt-Kistner-Straße und Schultheißenstraße im „Unterdorf“ befand. Dieser Siedlungsname setzte sich aus dem Personenwort „Emicho“ und „Hurst“ zusammen. Als „Hurst“ bezeichnete man eine erhöhte und bewachsene Stelle in Feuchtgebieten oder ein Gehölz. Beide Ortsteile wuchsen im Lauf der Zeit zusammen und der Name Balzhofen setzte sich durch.

Am 7. März 1968 wurde vom Landtag Baden-Württemberg die Gemeindereform verabschiedet. Viele kleine Gemeinden schlossen sich daraufhin zu größeren, stärkeren Einheiten zusammen. Auch die eigenständige Gemeinde Balzhofen mit eigenem Bürgermeister und Gemeinderat gab schließlich die Selbständigkeit auf und ist seit dem 01.01.1972 Teil der Großen Kreisstadt Bühl. Viele Gespräche und Verhandlungstermine gingen dem voraus, auch Überlegungen mit anderen Lösungen wurden diskutiert und beraten. Die Gespräche mit der Stadt Bühl begannen im Februar 1971. Am 26. April erfolgte eine Bürgerabstimmung in Balzhofen zur Eingemeindung nach Bühl. Von den 262 Stimmberechtigten nahmen 181 Personen an der Abstimmung teil. Davon entschieden sich 160 Personen für den Beitritt zu Bühl, 19 Personen entschieden sich dagegen.
Bei der öffentlichen Gemeinderatssitzung in Balzhofen am 12. Mai 1971 unter der Anwesenheit des Bürgermeisters Otto Krampfert und den Gemeinderatsmitgliedern Ludwig Götz, Edmund Hensel, Josef Karcher, Franz Metzinger, Alois Reith und Arnold Schultheiß wurde dann der Beitritt zu Bühl einstimmig beschlossen. Im Sitzungsprotokoll dieser Gemeinderatssitzung ist unter dem 1. Tagesordnungspunkt dazu folgendes vermerkt:
„Unter Bezug auf die §§ 8 und 9 der Gemeindeordnung beschließt der Gemeinderat der Gemeinde Balzhofen die Eingliederung der Gemeinde Balzhofen in die Stadt Bühl und stimmt der Vereinbarung über die Eingliederung nebst Anhang zu dieser Vereinbarung zu. Der Bürgermeister wird beauftragt das Vertragswerk – Vereinbarung nebst Anhang zur Vereinbarung über die Eingliederung der Gemeinde Balzhofen in die Stadt Bühl – formell abzuschließen und die erforderliche Genehmigung der Rechtsaufsichtsbehörde einzuholen.
Abstimmungsergebnis: Einstimmig“

Am 17. Mai 1971 wurde dann in einem feierlichen Festakt im Sitzungssaal des Bühler Rathauses von dem Balzhofener Bürgermeister Otto Krampfert und vom Bühler Bürgermeister Erich Burger der Vertrag unterzeichnet. Am 1. Januar 1972 endete somit die Selbständigeit der Gemeinde Balzhofen. Die unechte Teilortswahl sicherte seither dass mindestens 1 Balzhofner im Bühler Gemeinderat Mitglied ist. Im Jahr 2006 wurde die unechte Teilortswahl abgeschafft. Daneben wurde im Rahmen der Eingemeindung die Stelle des/der Ortsbeauftragte/n geschaffen. Damit ist gewährleistet, dass sich immer ein Ansprechpartner um die Anliegen der Bürger/innen kümmert und die Geschicke und die Entwicklung des Stadtteils Balzhofen leitet, beeinflusst und auch gegenüber der Stadt Bühl vertritt.

 

Der Festakt der Unterzeichnung des Eingemeindungsvertrages am 17. Mai 1971 wurde mit einer Filmaufnahme festgehalten. Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung des Stadtgeschichtlichen Institutes der Stadt Bühl.

 

Copryght: Stadt Bühl, Stadtgeschichtliches Institut

Aktuelles

 

Neuer Ortsbeauftragter für Balzhofen, Sebastian Wolf folgt auf Thomas Haunß

Nach fast 22 Jahren erfolgte ein Wechsel und Balzhofen bekommt mit Sebastian Wolf einen neuen Ortsbeauftragten. Lesen Sie den vollständigen Bericht......

Ortschronik „Balzhofen Geschichte und Flurnamen“

Im Jahr 2002 wurde von dem Stadtgeschichtlichen Institut der Stadt Bühl die Ortschronik "Balzhofen Geschichte und Flurnamen" herausgegeben.  Unter der Redaktionsleitung von Dr. Suso Gartner und E.M.Hall wurde.....